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Chronologie der kleinen Bühne

Mitte der achtziger Jahre sammelte der damals 80-jährige Hermann Geffers einige hannoversche Frauen und Männer mit Ambitionen zum Theaterspiel um sich.  In der Lukasgemeinde fand er nicht nur einen geeigneten Theatersaal, sondern auch ein sicheres Domizil für diese Gruppe. 

Im Jahr 1986, ging aus diesem Spielkreis das Theater Die kleine Bühne hervor.  Neben Geffers, der zunächst für die künstlerischen Belange zuständig war, übernahm Siegrid Neumann die Leitung der Gruppe, bis sie den Vorsitz 1987 an Isabella Engelke übergab. 


Kurze Zeit später rief Hermann Geffers eine neue Wanderbühne ins Leben, der er sich bis zu seinem Tod im Jahre 1998 widmete.  Zuvor hatte er die künstlerische Leitung im Theater Die kleine Bühne an Norbert H.  Weber abgetreten.  Der Profischauspieler übernahm nun die alleinige Verantwortung für Auswahl, Besetzung und Inszenierung der Stücke.  Seiner klaren Vorgabe folgend, wurden fortan pro Jahr drei Stücke unterschiedlicher Genres produziert. 

Dieser Rhythmus ist bis heute ein besonderes Markenzeichen des Theaters Die kleine Bühne geblieben.  Kein Wunder, denn in all diesen Genres kann auf große Erfolge zurückgeblickt werden.  Dies zeigt schon der Blick auf eine kleine Auswahl der allein in den letzten zehn Jahren gespielten Stücke. 

So gehörten zu den Frühjahrsproduktionen u. a.  Schauspiele wie "Christiane F.  - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"(1990), "Das Tagebuch der Anne Frank" (1991), Priestleys "Ein Inspektor kommt", Arthur Millers "Ein Blick von der Brücke" (1994), Ibsens "Baumeister Solness" (1996) oder auch Shakespeares "Romeo und Julia" (1999).  Im Sommer waren Erfolgskomödien wie "Hier sind sie richtig" (1988 und 1996), "Boeing Boeing" (1990), "Love Jogging" (1997), "Der nackte Wahnsinn" (1998), "Valentinstag" (2001) und viele andere zu sehen. 


Und auch mit den Produktionen, die das Theaterjahr für Die kleine Bühne beenden, muss sie sich keinesfalls verstecken.  Denn weit mehr als 2500 Zuschauer jährlich sehen in den sechs Wochen vor Weihnachten eigene Bühnenfassungen bekannter Märchen der Brüder Grimm.  Nicht ohne Grund wurde die Zahl der regelmäßig ausverkauften Vorstellungen, die in der Zeit von Mitte November bis kurz vor Weihnachten gespielt werden, mittlerweile auf 22 erhöht. 

Nicht nur kleine Zuschauer, sondern auch Erwachsene lassen sich immer wieder gern von diesen Kinderstücken verzaubern und begeistern, die seit 1992 aus der Feder von Andreas Ludin stammen.  
Bereits Anfang 1992 hatte Isabella Engelke den Vorsitz nach sechs Jahren an Petra Burkschat übergeben.  Als im Herbst des Jahres auch Norbert H. Weber ausschied, begann für Die kleine Bühne eine neue Aera: 
Auf eine "künstlerische Leitung" im eigentlichen Sinne wurde verzichtet.   Stattdessen entschied die Gruppe gemeinsam über die Auswahl der Stücke und bestimmte die jeweiligen Regisseure.  Diesen oblag dann die jeweilige Verantwortung für die Besetzung und Inszenierung. 

 

Dieses bewährte Konzept hatte auch unter der Leitung von Anja Schlieper-Ludin weiter Bestand, die den Vorsitz 1998 von Petra Burkschat übernahm.  Ihr stand zunächst Kerstin Hackethal, später Angelika Maurer als stellvertretende Vorsitzende zur Seite.  Letztere unterstützt inzwischen die im Jahr 2006 neu gewählte Vorsitzende Iris Sabiel.  Seit 2014 liegt der Vorsitz bei Jens Schlieper, einem Gründungsmitglied der kleinen Bühne und seinem Stellvertreter Olaf Daum.

Komplettiert wird der Vorstand durch den Kassenwart.  Diese besonders verantwortungsvolle Aufgabe wurde Anfang der 90er Jahre von dem langjährigen Amtsinhaber Jörg Baumgarten in die bewährten Hände von Waltraud Ziegler übergeben.  Nach knapp fünfzehn Jahren trat diese aus gesundheitlichen Gründen das Mandat an Frank Neumann ab. Heute führt Iris Sabiel die Kasse.

Im Laufe der Jahre ist Die kleine Bühne auf ca.  50 Mitglieder angewachsen.  In dieser "bunten Truppe" kommen Menschen aller Alters- und Berufsgruppen zusammen, die das gemeinsame Ziel verbindet, die Zuschauer mit Schauspielkunst von bester Qualität zu unterhalten.  
Für jeden findet sich stets eine Aufgabe - unabhängig ob hinter oder auf der Bühne.  Das Schauspielen selbst ist dabei nur eine von vielen Aufgaben neben Bühnenbau, Nähen und Instandhalten der Kostüme, Technik, Kasse und Pausenverkauf. 

Einen besonderen Stellenwert hat im Theater Die kleine Bühne von Beginn an die Förderung der Kinder und Jugendlichen.  Dies lässt sich nicht zuletzt an der ca.  10 bis 15 Mitglieder zählenden Gruppe von Kindern ablesen, die alljährlich nach den Sommerferien ihrem Einsatz im Märchen entgegen fiebern. 
Einige der Jugendlichen, bzw.  jungen Erwachsenen, die heute in Schauspiel und Komödie mitwirken, haben ihre Laufbahn bereits als Statisten oder mit kleinen Sprechrollen im Märchen begonnen. 

Wie lohnend diese Jugendarbeit ist, bewies sich auch in erfolgreichen Zusatzproduktionen, die hauptsächlich von jungen Nachwuchsdarstellerinnen und -darstellern getragen wurden.  
Zu nennen sind hier "Der Breakfast Club" (1997), das Musical "Streetball" (1998), das in Kooperation mit der Tanzschule Susanne Bothe realisiert und in der Landesbühne Hannover gezeigt wurde und das Jugenddrama "Der Bruch" (1999), sowie „Zwischen den Sekunden“ (2013) unter der Regiearbeit von Rona Ludin.

Lediglich dem immer wieder an Die kleine Bühne herangetragenen Wunsch, Gastspiele an anderen Spielstätten zu geben, kann nur in absoluten Ausnahmefällen entsprochen werden, so dass kleinere Sonderveranstaltungen sich als Highlights der besonderen Art meist nur kleineren Zuschauergruppen erschließen können.  Eine Ausnahme bildet inzwischen das jährliche Gastspiel des Märchens.  Seit 2007 beschließt das Ensemble damit am ersten Januarwochenende im Kurtheater Bad Nenndorf die Märchenspielreihe und läutet gleichzeitig das neue Jahr ein. 

Angesichts der Vielzahl und Qualität der Produktionen mögen es viele Zuschauer kaum glauben und doch ist es wahr: Die kleine Bühne ist für alle Beteiligten vor allem ein Freizeitvergnügen.  Ein anspruchsvolles Vergnügen, an dem wir Sie als unser Publikum auch in Zukunft nach besten Kräften teilhaben lassen wollen.