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Fünf im gleichen Kleid - Komödie von Alan Ball

Bild: © A_JS designpool

zuletzt gespielt: 13.09.2013

Über das Stück

Die Freude hält sich für Meredith in Grenzen. Denn als Brautjungfer soll sie ihrer großen Schwester den "schönsten Tag" versüßen. Zu ihr gesellen sich noch weitere vier Freundinnen der Braut, die der Zeremonie und den anschließenden Feierlichkeiten aus unterschiedlichen Gründen nur wenig Positives abgewinnen können. 
Als sich die Damen auf der Flucht vor der heiteren Hochzeitsgesellschaft nach und nach in das Schlafzimmer von Meredith zurückziehen, scheint es, als hätten sie Jahre nach ihrer letzten Zusammenkunft nichts mehr gemein, außer gemeinsamen Erinnerungen und dem Outfit, in das sie zur Feier des Tages und als Zeichen ihres Amtes gesteckt wurden. Viel zu sehr haben sie sich inzwischen mit ihren individuellen Lebenskonzepten voneinander entfernt.
Doch bald schon entwickeln sich aus dem zunächst belanglosen Geplänkel intensive Gespräche über die gemeinsame Vergangenheit, ihre persönlichen Sehnsüchte und dem was daraus geworden ist.
Während der Abend fortschreitet und die Hochzeit dem enthemmten Höhepunkt entgegenfiebert, wird auch abseits der Feier viel getrunken, geheult, gelacht und gekifft. Immer tiefere Abgründe offenbaren sich dabei und es wird klar, dass die fünf Damen an diesem Abend mehr Gemeinsamkeiten haben, als das gleiche hässliche Kleid ...

 

Neben der Fernsehserie „Six Feet Under“ wurde der Autor Alan Ball vor allem durch das Drehbuch zu „American Beauty“ weltberühmt, für das er sowohl den Oscar, als auch den Golden Globe erhielt. Dass er auch ein begnadeter Bühnenautor ist, beweist nicht zuletzt die bitterböse Komödie FÜNF IM GLEICHEN KLEID. Wie auch in den Filmdrehbüchern treffen hier melancholische Momente, auf tiefgründige Ironie. Doch wenn Ball seine Protagonisten auch mit ihrem bisherigen Scheitern auf der Suche nach individuellem Glück und Liebe konfrontiert, so lässt er sie doch nie hoffnungslos zurück.

Jule Meiseberg nimmt sich in ihrer ersten Regiearbeit gemeinsam mit Co-Regisseur Daniel van Vugt dieser Geschichte an und präsentiert mit einer Schar junger, spielfreudiger Damen und einem passenden Herrn eine bei aller Melancholie dennoch leichtfüßige Komödie.

Autor: Alan Ball

Alan Ball wurde am 13 Mai 1957 in Atlanta, im US-Staat Georgia als jüngstes von vier Kindern einer Hausfrau und eines Flugzeuginspekteurs geboren und wuchs in der Stadt Marietta auf. 1970 wurde die Familie von einer folgenschweren Tragödie erschüttert: Bei einem Autounfall, den der 13-jährige Alan unverletzt überlebte, starb seine ältere Schwester Mary Ann. Er war unverletzt, aber Mary Ann wurde getötet. Die Familie brach daraufhin zunächst auseinander, und obgleich man später versuchte wieder zu einander zu finden, ließ dieser Einschnitt tiefe seelische Wunden zurück.

In der Florida State-Universität School of Theatre studierte Alan Ball Theaterwissenschaften und ging danach nach Sarasota, wo er am „Florida Studio Theatre“ Regie führte. Mit seiner Collegefreundin Nancy Oliver schrieb Ball Komödien und Einakter für das öffentliche Fernsehen, die aber zunächst wenig erfolgreich waren.

Auf der Suche nach größeren Herausforderungen wechselte Ball 1986 nach New York City und gründete dort das „Alarm Dog Repertory Theatre”. Um sein Leben zu finanzieren suchte er sich eine Anstellung bei der Zeitschrift „Adweek“, bei der er als Grafiker arbeitete. Wenngleich er es auch hier durchaus hätte weit bringen können, empfand er diese Arbeit nur als Brotjob. Denn sein eigentlich Ziel war eine Karriere als Dramatiker, wenngleich er nie erwartet hätte, jemals in Hollywood arbeiten zu können es gar zu einem Oscar oder Emmy bringen zu können.

Seine Kollegen bei „Adweek“ wussten nicht viel von diesem Traum, bis eine Gruppe von ihnen sein Stück „Five Women Wearing the Same Dress“ sah und sein begeisterter Verleger ihn daraufhin fragte, „Was um alles in der Welt tun Sie hier bei uns“?

Ball beschrieb den Plot als eine große Gesellschaftshochzeit des amerikanischen Geldadels, bei der die fünf Brautjungfern alle dasselbe fürchterliche Kleid tragen müssen. Erste Anerkennungen auch außerhalb seines Büros erhielt Ball dafür, als die „Manhattan Class Company” es mit Thomas Gibson, Ally Walker, and Allison Janney in den Hauptrollen zeigte. Die guten Rezensionen führten schließlich auch dazu, dass sich Columbia Pictures die Rechte daran sicherte.

Während seiner Zeit in New York schrieb Ball auch die Stücke „The M Word”, das 1991 beim “Lucille Ball Festival of New American Comedy” uraufgeführt wurde, “Made for a Woman”, “Bachelor Holiday”, “The Adventures of Tense Guy” und “Your Mother's Butt”. Sie brachten ihm nicht nur die erhoffte Aufmerksamkeit, sondern auch ein Angebot, für die TV-Sitcom „Grace Under Fire“, in der Brett Butler die Hauptrolle spielte, zu schreiben.

In Hollywood musste er jedoch erkennen, dass Drehbuchautoren im Filmgeschäft „Mahlgut für die Mühle“ seien und nicht angesehen wie die Dramatiker in der Theaterwelt. Nach einem schweren ersten Jahr wechselte Ball als Autor und leitender Co-Produzent zu der Sitcom „Cybill“. Wenngleich hier die Stimmung besser war, änderte er doch seine Einstellung zu seiner Arbeit. Er bekam zunehmend das Gefühl sein Handwerk wie ein Fabrikarbeiter zu absolvieren, während die Darsteller ihre Shows vorwiegend als PR für ihr eigenes Leben ansahen und ihre Texte mit „Das würde ich nie tun – das lässt mich ja total bekloppt aussehen."

Und so setzte er sich Nachts an seinen PC und schrieb an Geschichten die ihm wirklich etwas bedeuteten. Das Ergebnis war sein Drehbuch zu „American Beauty“. Neben seinem Ärger über seine eigene Situation ließ Ball darin auch seine eigenen Kindheitserinnerungen und Erfahrungen mit dem tiefen Unglück seines eigenen Vaters und dem Tod einfließen. Mit beißender Ironie gegenüber festgefahrenen Unternehmensstrukturen spiegeln sich darin auch seine Erlebnisse bei „Adweek“ wieder. Belohnt wurde der Rundumschlag 1999 mit dem Oscar für das beste Drehbuch.

Danach erhielt er zahlreiche Anfragen für neue Drehbücher. Während er die meisten ablehnte fand er jedoch Interesse an einer Idee von Tom Hanks und schrieb dafür das Drehbuch zu „Mr. Downtown“.

Für den Fernsehsender ABC übernahm Ball 1999 als leitender Produzuent die Serie „Oh, grow UP“, die jedoch nur mäßig erfolgreich war und bald eingestellt wurde. Stattdessen entwickelte Ball die Serie „Six Feet Under“, in der er aus Sicht einer Bestatterfamilie die Kehrseite des Kleinstattlebens beleuchtet. Die ebenso ernsthaft wie abstruse Serie, deren Folgen stets mit einem sehr makabren Todesfall beginnen, erntete nicht nur kritischen Beifall. 2001 wurde Alan Ball dafür auch mit Directors Guild of America's Award für die herausragende Regieleistung ausgezeichnet. Neben dem Emmy 2002 und dem Producers Guild of America Award 2004 erhielt erhielt Ball 2002 in Anerkennung der realistischen Beschreibung von Homosexuellen auch den Stephen Kolzak Preis der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation.

Inspiriert durch die Romanserie "Dead until Dark" von Charlaine Harris, entwickelte Ball 2008 die Vampirserie „True Blood“, für die er bis 2012 als Autor und Co-Produzent tätig war.

Aktuell lebt der bekennende Buddhist Ball zusammen mit seinem Partner Peter Macdissi in Los Angeles, wo er an einer neuen Serie und zwei Drehbüchern für weitere Spielfilme arbeitet.

 

Quellen:

www.hbo.com/true-blood

www.moviepilot.de

www.notablebiographies.com

de.wikipedia.org/wiki/Alan_Ball_(Drehbuchautor)

de.wikipedia.org/wiki/Edward_Albee

Bühnenrechte

Übersetzung: Michael Walter

Bühnenrechte: Deutscher Theaterverlag


Mitwirkende

vor der Bühne

Co-Regie, Organisation:

auf der Bühne

Frances:

Meredith:

Georgeanne:

Mindy:

hinter den Kulissen

Inspizienz / Soufflage:

Bühnenbild:

Technische Leitung:

Ausstattung / Requisite / Kostüme:

Maske:

Programmtexte / Werbung / Fotos:

Programmlayout / Plakate: