Root

Alle meine Söhne - Schauspiel von Arthur Miller

zuletzt gespielt: 31.05.2003

Über das Stück

Josef Keller hat sich in vierzig Jahren zum erfolgreichen Fabrikbesitzer hochgearbeitet. Aber der Erfolg seines Unternehmens weist auch Schattenseiten auf: 21 junge Männer fanden den Tod, weil Kellers Fabrik der Luftwaffe während des Krieges schadhafte Zylinderköpfe lieferte. Während Keller selbst vor Gericht einen Freispruch erwirken konnte, sitzt sein ehemaliger Kompagnon im Gefängnis.

Vier Jahre später lädt Chris, der Sohn des amerikanischen Selfmademan, seine Jugendliebe Annie zu einem Besuch ein, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Sie ist die Tochter des inhaftierten Exteilhabers von Joe Keller. Darüber hinaus war sie mit Chris´ Bruder Larry verlobt, einem Jagdflieger, der während des Krieges vermisst gemeldet, dessen Leiche aber nie gefunden wurde.

Dies ist auch der Grund, weshalb sich Kate Keller gegen die Pläne ihres Sohnes Chris wendet. Kategorisch beharrt sie darauf, dass Larry noch lebt. Durch eine Hochzeit aber würde sein Tod anerkannt.

Auch Annies Bruder George stellt sich der Beziehung in den Weg. Denn nachdem er seinen Vater im Gefängnis besucht hat, glaubt er nicht mehr, dass Joe Keller so unschuldig ist, wie es den Anschein hat.


So wird Annies Besuch für alle Beteiligten zu einer dramatischen Begegnung mit einer längst vergessen geglaubten Vergangenheit und der eigenen Verantwortung.

Millers zweites Theaterstück wurde 1947 am Broadway gespielt und von den Kritikern zum besten Stück der Saison erklärt. Alle meine Söhne ("All my sons") folgt wie die meisten seiner frühen Stücke dem Millerschen Grundsatz, dass es auch in der Tragödie die Möglichkeit zum Sieg geben muss.

In diesem Drama setzt sich Arthur Miller mit der Schuld all jener Schreibtischtäter auseinander, die um des eigenen Profites Willen den Tod anderer in Kauf nehmen, ohne sich ihre Verantwortung einzugestehen. Doch:

Kann der Krieg Unschuldige hinterlassen? Sind nicht auch wir für das Ganze verantwortlich?

Gerade angesichts der weltpolitischen Entwicklungen des Jahres 2003 bekam Alle meine Söhne eine beklemmende Aktualität.

Bühnenrechte


Mitwirkende

vor der Bühne

auf der Bühne

Joseph Keller:

Kate Keller:

Chris Keller:

Ann Deever:

George Deever:

Sue Bayliss:

Dr. Jim Bayliss:

Frank Lubey:

hinter den Kulissen

Bühnenbild:

Technische Leitung:

Maske:

Ausstattung/Requisite:

Betreuungsleitung:

Vorverkauf:

Programmgestaltung:

Cover-/Plakatlayout:


Reaktionen des Publikums

Wir waren zu Tränen gerührt, [...]


Es war mal wieder eine hervorragende Vorstellung.
Vor allen Dingen menschlich sehr emotional.


[...] Ein tolles Stück toll umgesetzt.

Danke dafür, dass wir seit nunmehr 6 Jahren
so tolle Stücke sehen durften - es war kein
einziges Mal schauspielerisches Mittelmaß! [...]


Das Stück, die Inszenierung, die
schauspielerische Leistung -
alles war beklemmend gut!

Hervorragende Thematik, noch bessere
Darsteller einfach super - weiter so!

Bemerkenswerte Interpretation
saubere Charaktere, viel Spannung
Kompliment


Presse

Presse Text

Die Facetten der Lüge

Es war noch kein Krieg im Irak, als „Die Kleine Bühne“ der Lukaskirche beschloss, ein kritisches Stück gegen Kriegsmacher aller Art einzustudieren. Nun bekommt Arthur Millers „Alle meine Söhne“ einen beängstigenden aktuellen Bezug. [...]
„Die Kleine Bühne“ inszeniert das Stück auf der Terrasse der Familie Keller, die bewusst spärlich mit Gartenmöbeln ausgestattet ist. Dort spitzt sich der Konflikt an nur einem Tag zu, was lichttechnisch geschickt umgesetzt wird. Immer neue Enthüllungen verändern die Koalitionen im Beziehungsgeflecht der einst befreundeten Familien Keller und Deever, bis keine Lüge mehr Bestand hat. Hin- und hergerissen zwischen Wunsch und Wahrheit liefern vor allem John Maurer als Chris, Clem Carlos Schermann als Anns Bruder George Deever und Iris Sabiel als Chris Mutter Kate Keller gute Charakterstudien ab. Beeindruckend verdeutlicht diese Produktion, welche Auswirkungen ungesühnte Kriegsverbrechen für eine Familie noch über Generationen haben können.

kat

(HAZ - Stadtteilanzeiger vom 24.04.2003)