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Arsen und Spitzenhäubchen - Kriminalkomödie von Joseph Kesselring

Bild: © A_JS designpool

zuletzt gespielt: 29.08.2010

Über das Stück

Vielleicht ist Mortimer Brewster nur deshalb ein so erfolgreicher Theaterkritiker, weil er das Theater abgrundtief hasst. Das schützt ihn nicht vor dem Argwohn, den die Nachbarin seiner Tanten Abby und Martha gegen ihn hegt.

Denn die konservative Pastorin Dr. Harper betrachtet das Theater und sein Umfeld mit größter Skepsis. Das gilt auch für Mortimer, der seit einiger Zeit mit Dr. Harpers Tochter Elaine liiert ist und sie sogar heiraten möchte.

Doch dann muss er feststellen, dass in seiner Familie der Wahnsinn System zu haben scheint. Der Spleen seines Bruders George, der sich für einen ehemaligen amerikanischen Präsidenten hält und regelmäßig die Nachtruhe der Nachbarn stört, ist längst für niemanden mehr ein Geheimnis. Und die Versuche als unstudierter Selfmade-Chirurg, wegen derer sein sadistischer zweiter Bruder Jonathan seit Jahren von der Polizei um die Welt gejagt wird, nimmt er als gegeben hin.

Als er jedoch am Abend seiner Verlobung feststellen muss, dass seine Tanten ebenfalls einem mörderischen Hobby nachgehen, beginnt Mortimer auch an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Jonathans unerwartete Heimkehr macht die Lage dabei keineswegs leichter. Dabei stört Mortimer weniger das von Gesichtschirurgin Dr. Einstein entstellte Gesicht seines Bruders, als vielmehr der tote Mr. Spenalzo, den beide noch im Gepäck haben. Außerdem hat Jonathan noch manche Rechnung offen!

Der zufällig auftauchende Officer O'Hara scheint die Rettung zu sein. Leider hat der aber ganz andere Dinge im Kopf, als sich um zwei flüchtige Schwerverbrecher zu kümmern ...
 
Mit seiner Kriminalkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" landete der amerikanische Autor Joseph Kesselring zwar seinen einzigen Hit - dafür allerdings einen mit kaum erreichtem Weltruhm. Nicht nur die unvergessene Verfilmung mit Cary Grant und Peter Lorre, verhalf ihm dazu.

Denn bis heute zählt dieses rasante Gaunerstück um zwei alte Damen mit ungewöhnlichem Helfersyndrom zu den meistgespielten Komödien der Welt. Kleine Bühnen ebenso wie große Staatstheater zählen dieses Stück seit der Uraufführung 1941 zu ihrem Repertoire. 

Und so ist es längst überfällig, dass auch DIE kleine BÜHNE sich dieses Stoffes annimmt. Mit seiner dramaturgisch aktualisierten Inszenierung möchte Regisseur Andreas Ludin gemeinsam mit Co-Regisseur Jens Schlieper alten wie neuen Fans dieses Klassikers manche Überraschung bieten. Unterstützt wird dieses Unternehmen nicht zuletzt durch Kerstin Hackethal und Anja Dompke, die Darsteller wie Bühnenbild gleichermaßen mit viel Liebe zum Detail ausgestattet haben.

Autor: Joseph Kesselring

Am 21. Juli 1902 wurde Joseph Kesselring in New York City geboren. Schon früh fühlte sich der Sohn eines weithin anerkannten deutschstämmigen Chirurgen zum Theater hingezogen.

Mit 20 Jahren begann er als Musiklehrer am Bethel College in North Newton, Kansas zu arbeiten. Nebenbei setzte er hier, erste Produktionen mit Theateramateuren in Szene.

1925 verließ Kesselring die Schule und zog nach Niagara Falls, im Staat New York. Bis 1926 lenkte er dort als musikalischer Leiter und Direktor die Geschicke eines Amateurtheaters.  Anschließend wandte er sich noch mehr der Schauspielerei sowie dem Schreiben und Produzieren leichter Vaudeville-Revuen zu.

Etwa ein Jahr nach seiner Hochzeit mit der Pianistin Charlotte Elsheimer konnte  Kesselring den ersten großen Erfolg mit einem eigenen Stück feiern: mit „Addie Appleby, Maker of Men" wurde 1933 erstmals eines seiner Stücke am Broadway produziert und anschließend verfilmt.

Dieser Erfolg veranlasste Kesselring, endgültig als freiberuflicher Autor und Bühnenschriftsteller zu arbeiten. Es verfasste neben Kurzgeschichten und Gedichten insgesamt zwölf weitere Bühnenstücke, von denen vier auch den Weg an den Broadway fanden.

Nicht jedes davon stieß jedoch bei den Kritikern auf große Begeisterung. So verbargen sich 1935 nach der unentschiedenen Kritik von Brooke Atkinson zu viele alte Hüte in Kesselrings zweitem Stück „There’s Wisdom in Women“, als dass es als feurige Komödie gelten könne. Und 1951 meinte Walter Kerr in der Komödie „Four Twelves are 48“ erkennen zu können, dass hier ein ehemaliger Amateurtheaterautor sich einmal als Profi versucht habe. Danach fand nur noch Kesselrings letztes Stück „Mother of that Wisdom" (1963) den Weg an den Broadway.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Kesselring aber längst ausgesorgt. Denn bereits 1939 hatte er mit „Arsen und Spitzenhäubchen (Arsenic and Old Lace)" einen Welterfolg und Bühnenevergreen der Sonderklasse zu Papier gebracht. Mit seiner Uraufführung 1941 bescherte es Kesselring seinen größten und letztlich auch einzigen wirklichen Erfolg - sowie einen in dieser Form sicher nicht erwarteten Wohlstand. Die Verfilmung mit Cary Grant und Peter Lorre von 1944 tat zweifellos ihr Übriges hinzu, dass diese Komödie bis heute nichts an seiner Beliebtheit verloren hat.

Joseph Kesselring starb am 5. November 1967 in Kingston im Bundesstaat New York. Postum erschien 1973 „My Life, Love, and Limericks", seine in Versform abgefasste Autobiographie. Zu Ehren Kesselrings vergibt der National Arts Club seit 1980 jährlich den von seiner Witwe Charlotte gestifteten „Joseph Kesselring Prize“ für etablierte und aufstrebende Dramatiker.

Quellen:

    de.wikipedia.org/wiki/Arsen_und_Spitzenhäubchen

    de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Kesselring

    en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Kesselring

    www.bard.org/Education/studyguides/arsenicandoldlace/arsenicplaywright.html

    www.carrousel.or.at/autoren/kesselring.htm

    www.enotes.com/arsenic-old/author-biography

Bühnenrechte

Bühnenrechte: S. Fischer Verlag


Mitwirkende

vor der Bühne

Regie:

Co-Regie:

auf der Bühne

Abby Brewster:

Martha Brewster:

Mortimer Brewster:

Jonathan Brewster:

George Brewster:

Dr. Einstein:

Elaine Harper:

Dr. Harper / Lt. Rooney:

Gibbs / Witherspoon:


Reaktionen des Publikums

Mir fehlen die Worte...
Es war ober-super-mega-toll
und hat großen Spaß gemacht!
Und sowas direkt bei mir um die Ecke.
Toll! Ich komme bestimmt wieder!
EIne Nachbarin aus der Isernhagener Straße!


Nicht nur Spitzenhäubchen,
sondern "einfach Spitze"!


einfach nur cooool


Das Stück war Weltklasse,
einfach fantastisch & genial.
Hinzu kommt noch, dass es vielfältig war!
[...]


Es ist wieder ein tolles Stück, tolle Leistung.
Auch die etwas neuen Schauspieler. Gute Besetzung!
Wir haben wieder viel gelacht!


Ich habe schon 4 verschiedene Inszenierungen von
"Arsen und Spitzenhäubchen"gesehen,
aber keine so gelungene wie diese.


Ganz ganz großes Kino!
Es hat uns sehr gut gefallen.


Presse

Presse Text

Eine Leiche kommt selten allein


Sie sind guter Dinge, die beiden Schwestern. Alle paar Tage begehen sie eine gute Tat und bringen einen einsamen Herrn dem lieben Gott näher. So genießen Abby (Kathrin Galas) und Martha Brewster (Gudrun Henze) ihr Leben und haben mitnichten ein schlechtes Gewissen. Aber langsam wird es eng in ihrem Keller [...]. Man muss kein großer Theaterkenner sein, um spätestens jetzt zu wissen, dass die Theatergruppe die Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf die Bühne bringt.

Ein Wunder, dass Regisseur Andreas Ludin erst jetzt auf die Idee gekommen ist, das Erfolgsstück von Joseph Kesselring aus dem Jahr 1941 zu inszenieren. [...] „Ich wollte es ein bisschen in die Jetztzeit verschieben“, sagt er. Die erfolgreiche Verfilmung mit Cary Grant sei ohnehin nicht zu toppen, da müsse man in die Gegenwart ausweichen [...], wodurch eine zusätzliche skurrile Liebesgeschichte entsteht. Jonathan (Christian Panzier), der mörderisch veranlagte zweite Neffe von Abby und Martha, kommt nicht im Schlepptau eines männlichen Dr. Einstein wie im Original. Hier ist Dr. Einstein eine Ärztin (Baalgure Gbellu), die dem von der Polizei gesuchten Perversen aus Liebe regelmäßig ein neues Gesicht verpasst.[...]

Im Prinzip aber ist die Handlung die gleiche geblieben: Eine Familiengeschichte mit verschiedenen ausgeprägten Mordsgelüsten und ein bisschen Liebe. [...] Diese Neuauflage des Erfolgsstoffes kann sich sehen lassen.


(HAZ - Stadtteilanzeiger vom 12.08.2010)

 

"Arsen und Spitzenhäubchen"
"Die Kleine Bühne" bezaubert Theaterfreunde mit Komödienklassiker


"Die Kleine Bühne", Theater-Ensemble der Lukaskirche, erfreut Freunde einer deftigen Komödie am Samstag, 14. August, um 20 Uhr (Premiere) mit dem großen Komödienklassiker "Arsen und Spitzenhäubchen". Auf die Bühne [...] kommt die zeitlos aktuelle Fassung dieses Stücks nach Joseph Kesselring. [...]
Denn bis heute zählt dieses rasante Gaunerstück um zwei alte Damen mit ungewöhnlichem Helfersyndrom zu den meistgespielten Komödien der Welt. Kleine Bühnen ebenso wie große Staatstheater zählen dieses Stück seit der Uraufführung 1941 zu ihrem Repertoire.
Und so ist es längst überfällig, dass auch "Die Kleine Bühne" sich dieses Stoffs annimmt. Mit seiner aktualisierten Inszenierung möchte Regisseur Andreas Ludin alten wie neuen Fans dieses Klassikers manche Überraschung bieten.

 

(Hannoversches Wochenblatt vom 04.08.2010)