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Bernada Albas Haus - Drama von Federico Garcia Lorca

zuletzt gespielt: 10.05.2007

Über das Stück

Nach dem Tod ihres Gatten will Bernarda Alba die jungen Frauen für eine Trauerzeit von acht Jahren nicht mehr aus dem Haus lassen. Nur der ältesten Tochter aus erster Ehe gestattet Bernarda die Hochzeit mit einem jungen attraktiven Mann.

Während sie in erbarmungsloser Kälte über ihre fünf Töchter wacht, entbrennt unter denen ein von Neid und Eifersucht diktierter Kampf um den Verlobten der ältesten Schwester.

Bernarda Alba ist eine der eindrucksvollsten tragischen Bühnengestalten des 20. Jahrhunderts, und wie ihre fünf Töchter, jede auf ihre Art, gegen die in ihrem Stolz despotische Mutter aufbegehren und auszubrechen versuchen, dabei zerbrechen oder verlöschen, das gehört zu den packendsten Bühnenhandlungen bis heute: ein grausam genaues Spiel um gestaute Leidenschaften und Lebensvernichtung.


Lorca hat in diesem psychologischen Drama die strenge, »tragische« Form gesucht, mit dem Ziel völliger Einfachheit. »Keine Literatur, pures Theater« wollte er darin verwirklichen. Ein Bekannter berichtete aus der Entstehungszeit, kurz vor Lorcas Ermordung im Sommer 1936: »Jedesmal, wenn er eine Szene fertig hatte, kam er angerannt, glühend vor Begeisterung. ›Kein bißchen Dichtung! Realität! Reiner Realismus!‹«
Reine Bühnenwirklichkeit und Bühnenwirkung vielmehr, zum ersten mal bis in feinste psychologische Nuancen zu verstehen in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger.

Autor: Federico Garcia Lorca

Der spanische Dichter, Schriftsteller, Maler und Musiker Federico García Lorca wurde am 5. Juni 1898 in Fuente Vaqueros (Granada) geboren. Er gilt als eines der größten künstlerischen Talente, die Spanien hervorgebracht hat.

1914 immatrikulierte er an der Universität Granada, um Rechtswissenschaft, Philosophie sowie Literaturwissenschaft zu studieren. Später setzte er seine Studentenlaufbahn an der Universität Complutense Madrid fort, an der er bis 1928 eingeschrieben war. Hier lernte er neben dem Schriftsteller Juan Ramón Jiménez und dem Regisseur Luis Buñuel auch den surrealistischen Künstler Salvador Dalí kennen.
Die enge Freundschaft des Literaten und des bildenden Künstlers zeigte sich nicht zuletzt in der Ode an Salvador Dalí, die Lorca 1926 verfasste, und Dalís "Manifesto anti-artistico catalán", das in der von Lorca gegründeten Literaturzeitschrift Gallo veröffentlicht wurde.
1929 wechselte er an die Columbia University in New York. Da er sich aber in der großen Stadt eher unwohl fühlte und nach der aus seiner ländlichen Heimat gewohnten Natur zurück sehnte, zog er 1930 weiter nach Kuba. 1933 feierte er in Buenos Aires große Erfolge.

Als erste literarische Arbeiten veröffentlichte Lorca 1921 den Gedichtband Libre del Poemas. Als sein erstes bedeutendes Theaterstück gilt das historische Drama Mariana Pineda (1928)

Sein Stil ist bereits hier durch eine Kombination aus säkularer Tradition und dem Modernismus des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet. Als zentrale Themen finden sich die Macht des Schicksals und die Allgegenwart des Todes in Lorcas literarischem Werk wieder. Darin finden sich Einflüsse der arabischen Kultur ebenso wieder wie aus der Lebenswelt der Zigeuner. Eine besondere Bedeutung haben aber auch die Erfahrungen aus der andalusischen Heimat des Dichters. Eindringlich schildert Lorca elementare Gefühle und Konflikte des Menschen und zeigt, wie Traum und Wirklichkeit einander durchdringen.

Aber auch in sein lyrisches Werk fließen diese Einflüsse in großem Maße ein. Dazu zählen die Poemas del Cante Jondo (1931) ebenso wie Llanto por Ignacio Sánchez Mejías (1935), sein berühmtestes lyrisches Werk, das Lorca einem spanischen Torero und Mäzen der Madrider Kunstwelt widmete, der bei der Ausübung seines Berufes ums Leben kam. Daneben war Romancero gitano (Zigeunerromanzen, 1928) nicht nur Lorcas erfolgreichstes Werk, sondern auch das erfolgreichste Werk der Generación del 27 (Generation von 1927).

Hierbei handelte es sich um eine Gruppe spanischer Autoren, die sich während der 1920er Jahre aus Studenten meist begüterter Herkunft an der Madrider Universität zusammensetzte und auf der gemeinsamen Bewunderung des barocken Dramatikers Luis de Góngora y Argote beruhte.

In seinem surrealistischen Gedichten Poeta en Nueva York (1929 - 1930) nahm Lorca seinen Aufenthalt in Amerika zum Anlass, die Zerstörung der Natur durch Technologie und Fortschritt zu beklagen.

1930 wurde Lorcas Drama La Zapatera prodigiosa (Die wundersame Schustersfrau) uraufgeführt. Die Tragikomödie Dona Rosita la soltera erschien 1935.
Zu Lorcas bedeutsamsten Theaterstücken zählt aber zweifellos die Trilogie seiner Frauentragödien, in denen er die Stellung der Frau in der ländlichen Bevölkerung kritisch beleuchtet. Im Focus steht hier besonders die Unterdrückung der weiblichen Sexualität in einer von lebensfeindlichen Ehrbegriffen umstellten bäuerlich-archaischen Welt:

Wie in der realen Vorlage, auf die das Stück zurück geht, verzichtet die junge Frau in Bluthochzeit (1933) unter dem Druck der Ehre auf den geliebten Mann und geht eine Ehe ohne Liebe ein. Aus selbigem Grund zerbricht die kinderlose, unter dem Makel der Unfruchtbarkeit leidende Ehefrau Yerma (1934). Und um der Ehre Willen wird schließlich Bernarda Albas Haus (1936) zu einem von Hass, Lüge und Gewalt beherrschten Gefängnis für die unverheirateten Töchter der Hausherrin.

Neben seiner Dichtkunst galt Lorca auch als ein begnadeter Musiker, er improvisierte auf der Gitarre und auf dem Klavier und komponierte zudem einige Lieder, die sich teilweise auch in seinen Theaterstücken wieder fanden. Die Freundschaft mit dem spanischen Komponisten Manuel de Falla diente ihm hier sicher auch als weitere Inspirationsquelle.

Volkstümliche Musikstücke sind daher ebenso Elemente seiner Dramen, wie surrealistische Poesie. Seine bisweilen komplizierten Metaphern kleidet Lorca in eine melodische, reine, stark lyrisch und romantisch geprägte Sprache. Dies wird in seinen Liedern ebenso deutlich, wie in seinen Dramen.

Seine tiefe Verbundenheit zur spanischen Landbevölkerung, insbesondere zu den Gitanos, drückt sich auch in einem ehrgeizigen Theater-Projekt aus, welches er, initiiert von der damaligen Provisorischen Regierung der Republik 1931 als Regisseur leitete. Ziel dieses reisenden Studenten-Theaters (La Barraca) war es, Kultur und Bildung auch in die ländlichen Regionen zu bringen. Vor allem wurden hier klassische spanische Bühnenwerke von Cervantes und Calderón aufgeführt.

Die gesellschaftskritischen Arbeiten Lorcas brachten ihn bei der politischen Rechten zunehmend in Misskredit. Dies und wohl auch seine Homosexualität führten dazu, dass er am 19. August 1936, zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, durch spanische Falangisten gefangen genommen und in der Nähe von Granada in dem Dorf Viznar erschossen wurde.

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Federico_Garc%C3%ADa_Lorca
Federico Garcia Lorca; Bernarda Albas Haus, Reclam Nr. 8525, Frankfurt a.M. 2001
www.lyrik.ch/lyrik/spur3/lorca/lorca.htm

Bühnenrechte

Bühnenrechte: Suhrkamp Verlag


Mitwirkende

vor der Bühne

Regie:

auf der Bühne

Bernarda Alba:

Angustias:

Martirio:

Magdalena:

Amelia:

María Josefa (Bernardas Mutter):

La Poncia (Magd):

Bettlerin / erste Frau / Prudencia:

zweite Frau:

ein Mädchen / Prudencias Tochter:

hinter den Kulissen

Organisation:

Bühnenbild:

Ausstattung:

Technische Leitung:

Maske:

Fotos:

Programmgestaltung:

Cover/Plakatlayout: