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Die Folter - Schauspiel von John B. Priestley

zuletzt gespielt: 15.05.2002

Über das Stück

Nach jahrelanger Forschung ist es dem Biochemiker Alan Marley gelungen, eine Formel zu entwickeln, mit deren Hilfe künstliche Proteine als Nährstoffersatz kostengünstig und in großer Menge hergestellt werden können. Ihm ist klar, dass seine Entdeckung das Interesse unterschiedlichster Gruppen wecken könnte, die sie für die eigenen Interessen gewinnbringend einsetzen würden.
    

Nur dem befreundeten Ehepaar Lee und Clare Dexter, das seine Frau Joyce und er zum Abendessen eingeladen haben, vertraut er deshalb unter dem Siegel der Verschwiegenheit die Nachricht von seiner Entdeckung an.

Schon bald aber überschlagen sich die Ereignisse:
Zuerst taucht der gefühlskalte Agent Hiltz auf und versucht, die Herausgabe der Formel zu erzwingen. Und auch dessen Gegenspieler Brennan hat bei seinem Erscheinen kaum das Wohl des Forschers und seiner Frau im Sinn.

Um ihr Ziel zu erreichen, konfrontieren die Kontrahenten das Paar mit Wahrheiten, die Marleys Weltbild und Vertrauen wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen lassen.


Selbst die Rückkehr der Dexters kann Alan und Joyce nicht vor der Begegnung mit einer Welt bewahren, in der Misstrauen, Intoleranz, Verrat, Hass und Gewalt am Ende nur Verlierer übrig lassen.

 

Ursprünglich spielte das Stück von John B. Priestley zu Zeiten des Kalten Krieges.
Losgelöst von konkreten zeitlichen und politischen Zuordnungen wird Die Folter in der aktuellen Inszenierung zu einer Parabel für die Zerstörung zukunftsorientierter Ideale Einzelner durch menschenverachtende und egoistische Ziele gegensätzlicher Interessengruppen.

Autor: John B. Priestley

     John Boynton Priestley wurde am 13. September 1894 in Bradford als Sohn eines Lehrers geboren.
Nach dem Ersten Weltkrieg studierte er in Cambridge Literaturwissenschaft, Geschichte und Politik. Seit 1922 arbeitete er in London als freier Schriftsteller und hatte sich bald als Kritiker und Essayist einen Namen gemacht.

Das Schauspiel "Gefährliche Kurven" verhalf ihm 1932 auch auf der Bühne zum Durchbruch. Trotz vereinzelter Misserfolge widmete sich Priestley bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges dem Theater.

Er gründete und leitete ein eigenes Theater, inszenierte auch selbst und trat sogar - in einer komischen Rolle - als Schauspieler auf.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Priestley zur "inoffiziellen Stimme des englischen Volkes". Mit seiner Glosse, die um Mitternacht von BBC ausgestrahlt wurde, kommentierte er eigenwillig und pointiert das Zeitgeschehen.

Priestley’s "Zeitstücke" haben fast immer das Ziel, den Zuschauer aufzurütteln und leere Konventionen und menschliche Rücksichtslosigkeit zu entlarven. Wie in einem seiner in Deutschland bekanntesten Stücke, "Ein Inspektor kommt (1945), nutzt er dafür teilweise auch kriminalistische Effekte.

In der britischen Theaterlandschaft war Priestley stets ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltung. Zugeständnisse an die Zuschauergunst lehnte er allerdings ab.

Diese Haltung zeigte Priestley jedoch nicht nur als Bühnendramatiker, sondern auch als sehr produktiver Romanautor, Essayist und Verfasser soziologischer Studien und literaturwissenschaftlicher Werke.

Mit Witz, warmherzigem Humor und querköpfigem Charme setzte er sich zeitlebens für eine menschenwürdige Zukunft ein, in der Individualität und Freiheit erhalten bleiben.

Im Alter von 89 Jahren starb John B. Priestley am 14. August 1984 in London.

Bühnenrechte

Bühnenrechte: VVB


Mitwirkende

vor der Bühne

Co-Regie:

auf der Bühne

Alan Marley:

Joyce Marley:

Lee Dexter:

Clare Dexter:

Hiltz:

Brennan:

hinter den Kulissen

Bühnenbild:

Technische Leitung:

Schnitt:

Kostüme / Requisite:

Leitung backstage:

Plakatlayout:

Programme / Werbung:


Reaktionen des Publikums

"[...] die Schauspieler sind perfekt. Ich
habe noch nie so ein spannendes [...]
Stück gesehen."


Die schauspielerische Leistung ist
wie immer große Klasse.


Wirklich gelungen!!!

Zum 1. Mal bei Euch zu Gast.
Die Spieler haben mich sehr beeindruckt.
Jens Schlieper war besonders überzeugend.
Weiter viel Erfolg!
Macht weiter so. Klasse!!

 

An diese ungeheuer gute Truppe,
vielen Dank für das hervorragende Stück.
Ich freue mich unbedingt auf eine Komödie
[...], bei der ich wieder herzhaft lachen darf,
in der gleichen Intensität, mit der ich
bei diesem Stück emotional berührt wurde!


Presse

Presse Text

Eine Geheimformel zerstört die Idylle

Alan Marley [...] lebt mit seiner Frau [Anja Ludin] auf den westindischen Inseln. [...] als Marley (Frank Neumann) seinem Freund Lee (Jens Schlieper) anvertraut, welcher Durchbruch ihm nach langjähriger Forschung gelungen ist, bricht die Welt der Marleys in sich zusammen. [...]
In der neuen Inszenierung der "Kleinen Bühne" der Lukaskirche jagen fortan Agenten, vermeintliche Freunde und Politiker gnadenlos der geheimnisvollen Formel nach.[...] Regie in der Welt aus Misstrauen, Intoleranz, Verrat, Hass und Gewalt führt Kirsten Bergen. [...]
"Obwohl es zur Zeit des Kalten Krieges" angesiedelt ist, ist das Stück absolut aktuell", sagt die Regisseurin. es rüttele auf und entlarve leere Konventionen und Rücksichtslosigkeiten. Besonders boshaft und überzeugend präsentiert sich Jens Schlieper als Physiker Lee Dexter. [...]
Seit Januar probt die "Kleine Bühne" das Stück von John B. Priestley. [...]