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Es war die Lerche - Komödie von Ephraim Kishon

Romeo...
...und Julia!!!
Das Liebespaar des Jahrhunderts!
Gesegnet mit einer wundervollen Tochter... ...die sich blöderweise in Shakespeare verliebt.
Sehr zum Mißvergnügen ihrer Eltern!
Derweil wird Julia vom Pater begehrt...
...und die Amme von Romeo.
Romeo liebt in Wirklichkeit nur Lisa...
...und Shakespeare liebt sich selbst, die Welt und seine Stücke. Kann er dem Stück die richtige Wendung geben?

zuletzt gespielt: 10.09.2005

Über das Stück

Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, das wohl bekannteste Liebespaar der Welt, Romeo und Julia, wäre in der bewussten Nacht in der Gruft der Capulets nicht gestorben?

Sie haben überlebt, und Ephraim Kishon zeichnet nun in seiner unnachahmlichen ironisch-zynischen Art den endlosen Streit eines Ehealltags um Geld, Abwasch und die Kardinalfrage: Liebst Du mich eigentlich noch? Eben das, was nach 29 gemeinsamen Jahren allen Liebenden passieren kann.

Und so ist der Ballettlehrer Romeo Montague mit dem typischen Nervenkostüm eines ganz normalen Ehemannes versehen und seine liebliche Julia als um ewige Jugend ringende Hausfrau zur verkniffenen Nörglerin geworden.

Die 14jährige Tochter Lucretia ist in ihrer im Generationskonflikt begründeten Protesthaltung völlig ausgeflippt, der jetzt 98 Jahre alte Franziskanerpater Lorenzo flirtet trotz Zölibat heftig mit Julia und deren 85jährige, ungebrochen lebhafte, Amme erwärmt sich heftigst für Romeo.

All das birgt genügend Gründe, sich bei William Shakespeare zu beschweren, der bei einem der ganz normalen Kräche im Hause Montague-Capulet eines Tages einfach durch die Wand wieder ins Leben der beiden tritt...

Autor: Ephraim Kishon

"Was ist deutscher Humor?", wurde Ephraim Kishon einmal gefragt, und er antwortete selbstbewusst: "Ephraim Kishon."
Tatsächlich feierte der israelische Satiriker, der 1952 mit einer Kolumne in der Tageszeitung "Maariv" begonnen hatte und dem 1959 mit der Satiresammlung "Dreh'n Sie sich um, Frau Lot!" der internationale Durchbruch gelungen war, seine größten Erfolge in Deutschland: Von seinen weltweit verkauften 43 Millionen Büchern stellen die deutschen Ausgaben mit 32 Millionen den größten Anteil.

"Ich wurde zum Lieblingsautor der Nachkommen meiner Henker, das ist die wahre Ironie der Geschichte," sagte der gebürtige ungarische Jude, der 1945 beim Todesmarsch ins Vernichtungslager Sobibor entkommen konnte. Dass ausgerechnet er, der hochgewachsene Blonde mit den blauen Augen, vom Rassenwahn der Nazis tödlich bedroht wurde, war eine der furchtbaren Pointen, die ihn nach eigener Aussage zum Satiriker werden ließen, zum erfolgreichsten Satiriker nach 1945.

Mehr als 50 Bücher mit Humoresken und Satiren, zwei Romane, zehn Theaterstücke, 25 Einakter, neun Spielfilme und zwei Fernsehserien - ein beeindruckend reiches und langes Schaffen in den menschlichen Humooren und Scherzbergwerken, das seinem Autor mehr als 40 internationale Preise und Auszeichnungen einbrachte - und die verdiente klingende Münze:
"Viele Menschen, manchmal besonders kluge, meinen, dass Geld alles ist. Sie haben Recht."
    

Kishon's Theaterstücke
 Der Schützling
1953
 Schwarz auf Weiß
1956
 Kein Wort zu Morgenstern
1960
 Der Trauschein
1961
 Sie und Er
1961
 Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht
1968
 Es war die Lerche
1974
 Sallah Shabbati
1988
 Es war die Nachtigall
1991

 Der Vaterschaftsprozess des Josef
 Zimmermann
1998
 

Dass ein Autor, der auf Hebräisch schrieb und im Buch , auf der Bühne und auf der Leinwand den israelischen Alltag mit Witz und Selbstironie auf die Schippe nahm, Weltruhm erntete, war nur scheinbar paradox: Denn Kishon schilderte zwar vordergründig Begebenheiten im kleinen Israel, aber dahinter erkante man das menschliche Leben überhaupt. Die Widrigkeiten des Alltags, die Torheiten der Mitmenschen, den Ärger mit dem Handwerker, die Scherereien mit den Behörden, den Streit mit den Nachbarn, die Sorgen mit den Kindern, die Auseinandersetzung mit der sprichwörtlich gewordenen "besten Ehefrau von allen" und nicht zuletzt die eigenen Schwächen - das war Kishons unerschöpfliches Thema.

Darüber in immer neuen Variationen zu schreiben, war Kishons Erfolgsrezept, das ihn vor allem in den siebziger und achtziger Jahren die Bestsellerlisten stürmen und seine "Besten Familiengeschichten" zum nach der Bibel meistgekauften hebräischen Buch werden ließ.

Dass Kishon auch ein streitbarer Autor war, der in seinem Buch "Picasso war kein Scharlatan" (1986) die moderne Kunst geißelte, in seinem Buch "Pardon, wir haben gewonnen" (1968) die israelischen Annexionen begrüßte und in Deutschland seinem zeitweiligen deutschnationalen Verleger Herbert Fleissner nach dem Mund redete, fiel weniger ins Gewicht. Seit den Neunzigern hatte sich Kishon allerdings für die Verständigung mit den arabischen Nachbarn stark gemacht.

Mit Deutschland und der deutschen Sprache verband Kishon, der am 23. August 1924 in Budapest als Ferenc Hoffmann ins traditionell deutsch geprägte ungarische Judentum hineingeboren worden war, wohl eine Hassliebe. 1981 erkor er sich die Schweiz zu seiner zweiten Heimat und lebte seither die meiste Zeit in seinem Haus in Appenzell.

Nach Israel war Kishon, der in Ungarn Kunstgeschichte  studiert, ein Diplom erworben und erste Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, 1949 gekommen.
"Ich verehre Menschen, die eine ideale Gesellschaftsordnung suchen und fürchte diejenigen, die sie gefunden haben", sagte er rückblickend auf den Aufbau des Kommunismus in seinem Geburtsland. In Israel, wo ihm ein Grenzbeamter jenen Namen verpasste, mit dem er berühmt werden sollte, schrieb Kishon zunächst weiterhin auf Ungarisch, bis er 1952 auf Hebräisch umsattelte.

Am Samstag, dem 29.Januar 2005 ist Ephraim Kishon im Alter von 80 Jahren in Appenzell einem Herzanfall erlegen. Der israelische Staatspräsident Mosche Katzav, Ministerpräsident Ariel Scharon und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, haben sein Wirken gewürdigt. Am 02. Februar wurde der Autor in Tel Aviv beigesetzt.

Quelle:
Peter Köhler, " In den Scherzbergwerken des Alltags"
Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Januar 2005
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Madsack Verlags GmbH

Fotos mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer-Verlages

Bühnenrechte

Bühnenrechte: Deutscher Theaterverlag


Mitwirkende

vor der Bühne

auf der Bühne

Julia Montague, geb. Capulet:

Romeo Montague:

William Shakespeare:

hinter den Kulissen

Bühnenbild:

Technische Leitung:

Inspizienz:

Maske:

Requisite /Ausstattung:

Choreographie:

Organisation und Logistik:

Programmgestaltung: