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Freunde in Not - Schauspiel von Alan Ayckbourn

zuletzt gespielt: 15.05.2001

Über das Stück

Was geschieht, wenn vier alte Freunde nach längerer Zeit wieder aufeinander treffen? Alan Ayckbourn nimmt dies zum Anlass, einen Wind aufziehen zu lassen, der die Fassaden des Wohlstandsbürgertums umzustürzen droht.

Paul hat es zum gutsituierten Geschäftsmann gebracht, der seine Erfolge - ungeachtet der chronischen Eifersucht seiner Frau Diana - heute in der Eroberung von Frauen sucht.
    John dagegen ist nicht nur geschäftlich ziemlich erfolglos und finanziell abhängig von Paul. Auch seine Ehe mit Evelyn, die sich weit mehr als den jüngst geborenen Sohn von ihrer Beziehung erwartet hat, kann nicht gerade als harmonisch betrachtet werden.

Ihr gemeinsamer Freund Gordon, dessen Hoffnungen auf eine große Karriere als Cricketstar durch einen Unfall jäh zerstört wurde, flüchtet sich von einer Krankheit zur nächsten und lässt sich von seiner Frau Marge pflegen - Dianas bester Freundin.

Nur der Banker Colin, der vor einiger Zeit aus beruflichen Gründen fortzog, scheint der ewige Junggeselle geblieben zu sein. Bis sich herausstellt, dass seine Verlobte ertrunken ist.

Diana nahm dies zum Anlass, ihn einzuladen, und nun steht sein Besuch bevor. Ein Besuch, in dessen Verlauf sich die aufgehäuften Spannungen entladen, jeder gegen jeden antritt und manch blitzender Säbel über die Zunge geführt wird.

Die kleine Bühne startete ihre 15. Saison mit einem gallenbitteren Stück, dessen beißende Ironie in den Magen fährt und manches Lachen auf den Gesichtern erfrieren lässt.

Autor: Alan Ayckbourn

Alan Ayckbourn wurde am 12.04.1939 in London geboren. Schon als Schüler ging er mit Schultheaterproduktionen auf Tournee und schrieb Sketche für Schulaufführungen. Nach der Schule arbeitete Ayckbourn bei kleineren Theatern als Schauspieler, Inspizient und Assistent. Dabei lernte er das technische Einmaleins des Theaters kennen.

1969 übernahm Ayckbourn die künstlerische Leitung eines Theaters in Yorkshire. Inzwischen  hatte  er bereits eine Vielzahl von Stücken geschrieben.

1971 kam mit Die bessere Hälfte der erste Ayckbourn an den Broadway. Danach, zwischen 1969 und 1986, gelang es Ayckbourn, jedes Jahr ein neues Stück zu schreiben, das sofort von einer Bühne übernommen wurde.

Dabei konzentrierte er sich keineswegs nur auf ein Genre. Neben gesellschafts-kritischen Stücken wie Im besten Einvernehmen (1971) schrieb er auch Komödien (Schöne Bescherungen 1980), Stücke über Zukunftsvisionen (Ab jetzt 1987) und mehrere Musicals (Making Tracks 1981), für die er aber eine Art Hassliebe empfindet.

Über das 1974 entstandene Stück Freunde in der Not sagte Ayckbourn:
"Durch die Intimität einer kleinen Bühne, wo das Publikum praktisch mit im Zimmer sitzt, wurde das Stück zu einer Art Schlüsselloch-Erfahrung."

Eine Aussage, die Die kleine Bühne in mehrfacher Hinsicht motivierte, dieses Stück zu spielen.

Bühnenrechte

Bühnenrechte: Rowohlt-Theaterverlag


Mitwirkende

vor der Bühne

auf der Bühne

hinter den Kulissen


Reaktionen des Publikums

"Die kleine Bühne" spielte ganz groß [...]


[...] Ihr wart ganz toll [...]
Macht weiter so!


Schön Böse!

[...] die Schauspieler sind gut.


Ein hervorragendes Stück
mit sehr guten Schauspielerleistung [...]

Fettnäpfchen-Ralley, Aneinaderreihung menschlichen Fehlverhaltens.


Presse

Presse Text

Zynismus in der guten Stube

[...] Die kleinen Scherze, die der Theaterautor in diesem Schauspiel anhäuft, sind [...] alle so angelegt, dass stets jemand lacht und ein anderer weint [...]
Das Sechs-Personen-Stück bietet einen Blick hinter die Kulissen des Wohlstandsbürgertums. [...] In Dianas und Pauls guter Stube gibt es [...] reichlich Spannung - mehr, als gute Manieren vertuschen könnten. [...]
Angelika Maurer, die dieses Mal Regie führt, hat sich mit dem Stück an einen schwierigen Brocken herangewagt. In anderthalb Stunden "Real Time" bringt sie dennoch etliches an Bewegung in das statisch angelegte Schauspiel. Neben Evelyn, die ausgesprochen überzeugend mürrisch ist, und Diana, die von einer Ohnmacht in die nächste fällt, liefert vor allem Frank Neumann eine überzeugende Charakterstudie ab. [...]
Am Schluss bleibt kein Platz für Illusionen: Einsam sind sie alle und zumindest im Privatleben gescheitert. Trotz dieser frustrierenden Erkenntnis ist das Stück sehenswert.

(HAZ - Stadtteilanzeiger vom 26.04.2001)