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Hollywood Love Stories - Komödie von Len Richmond

zuletzt gespielt: 03.09.2008

Über das Stück

Seit vielen Jahren ist Gloria mit dem erfolgreichen Filmregisseur Grant Barton glücklich verheiratet  -  wenn man von den regelmäßigen Liebeseskapaden des Gatten einmal absieht. Wie soll ein so charmanter und attraktiver Mann in einem solch harten Beruf auch den vielen Versuchungen widerstehen?
Scriptgirls, Sekretärinnen, Praktikantinnen...
Man kennt das ja. Und die Schauspielerinnen sind noch die harmlosesten von ihnen!

Bisher hat Gloria diese vielen Techtelmechtel toleriert. Aber mit der hochattraktiven, selbstbewussten aber nicht sehr hellen Sekretärin Cheri übertreibt er es doch etwas. Denn nachdem diese Zweitbeziehung immerhin schon zwei Jahre anhält, ist Grant inzwischen überzeugt, dass er das junge Ding möglicherweise liebt.

Um ihre Konkurrentin loszuwerden greift Gloria zu einem eher ungewöhnlichen Mittel: Sie tauscht mit ihr die eigene Wohnung gegen das vom Gatten finanzierte Liebesnest.

Und prompt findet die gehörnte Ehefrau selbst Gefallen an dem süßen Leben, das sich in Gestalt des selbstverliebten Hollywood-Schönlings Bo Bainer in ihr neues Lotterbett gesellt. Dass es sich bei dem Jüngling um den von allen Frauen umschwärmten Hauptdarsteller in Grant Bartons neuem Film handelt, macht die Angelegenheit für den Regisseur nicht angenehmer. Und auch Cheris gleichzeitige engagierte Hochzeitsvorbereitungen machen ihm die Situation nicht leichter ...

 

Unter dem Originaltitel "Risky Kisses" hat Autor Len Richmond eine mitreißende, emotionsgeladene, köstliche Komödie kreiert, die im wahrsten Wortsinne das Leben schrieb. Denn inspirieren ließ er sich dabei von den Eskapaden seines Freundes und Filmregisseurs Peter Collision. Bisher wurde dieses Stück in Deutschland erst selten unter dem Titel "Sicher ist sicher" gespielt.
Was sehr schade ist!
Denn tatsächlich ist dieser Geschichte, die mit wunderbarer Situationskomik und derben Sprüchen ebenso wenig spart, wie mit stillen Momenten allzu menschlicher Niederlagen, ein großer Durchbruch zu wünschen . Nicht umsonst geriet diese, in bester Screwball-Manier kreierte Innensicht auf die "obersten Zehntausend" bereits bei seiner Uraufführung 1991 in London zum Überraschungserfolg. So feierten die britischen Kritiker den Autoren bereits als Englands Antwort auf Neil Simon.

Autor: Len Richmond

Der aus Santa Monica, Kalifornien, stammende Len Richmond war Schöpfer und Co-Autor von einer der populärsten Comedy-Serien des britisches Fernsehens: "Agony", die Geschichte einer Lebenshilfe-Kolumnistin, deren eigenes Leben in Unordnung gerät, wurde in 24 Ländern ausgestrahlt. Hauptdarstellerin der 1979 gestarteten Serie war Maureen Lipman, die später auch in Roman Polanskis NS-Drama "Der Pianist" mitwirkte. Die Reihe wurde für zahlreiche Auszeichnungen nominiert und erhielt u.a. die AGLA-Medien-Auszeichnung für das "Verantwortliche Porträt seiner homosexuellen und lesbischen Charaktere."

"Agony" gewann das Banff International Television Festival als "Beste Situationskomödie" und wurde von der BBC unter dem Titel "Agony again" fortgesetzt. Darüber hinaus wurde es auch als Buch zum Bestseller und später auch als Video neu aufgelegt. In den USA entwickelte CBS aus dem Format die ebenso erfolgreiche "Lucie Arnaz Show".

Später lebte Richmond einige Zeit in Paris. Dort arbeitete er lange Zeit mit großem Erfolg als Co-Autot der populären französischen Krimiserie "Le Chinois", in der der legendäre Charles Aznavour die Hauptrolle spielte. Dieser Erfolg überrascht den Europa-Fan Richmond besonders, da er damals wie heute kaum ein Wort Französisch sprach.

Zurück in Großbritannien schuf er 1989 die hochgeschätzte Komödienserie "Split Ends", die in einem verrückten Londoner Frisiersalon spielt.
In den Vereinigten Staaten schrieb er für die ABC Sitcom "Three's Company" mit John Ritter, die in Deutschland unter dem Titel "Herzbube mit zwei Damen" gezeigt wurde.

Als Redakteur der britischen "Cosmopolitan" lernte er bei einem Interview den englischen Filmregisseur Peter Collision kennen. Aus diesem Interview entwickelte sich eine gute Freundschaft, die auch weiter anhielt, als Richmond sich durch Collisions Liebeseskapaden zu seinem ersten Bühnenstück "Risky Kisses" inspirieren ließ.
Schon bei seiner Uraufführung in London geriet die Komödie zum Überraschungserfolg bei Kritikern und Publikum. Dieser Erfolg begleitete auch die anschließende Tournee durch England. Später folgten auch ausländische Inszenierungen, z.B. in Buenos Aires. Unter dem Titel "Sicher ist sicher" war das Stück bisher nur wenige Male in Deutschland zu sehen. Die hannoversche Neuinszenierung trägt nun den Titel "Hollywood Love Stories".

In England schrieb Richmond auch als Liebes- und Lebensberater für das britische "Forum Magazine" und als Satiriker für Englands "Premiere humour publication Punch".
Er ist Mitherausgeber des "Gay Liberation Book", in dem sich Autoren wie John Lennon, William Burroughs, Allen Ginsberg und Christopher Isherwood zum Thema Homosexualität äußern. Es galt lange Zeit als Orientierungshilfe für Beroffene und wurde als Studientext auch in Universitäten eingesetzt. Einige Jahren später folgte das "New Gay Liberation Book", das Richmond ebenfalls mit herausgab.
Zudem verfasste er den erotisch-komödiantischen Roman "Naked in paradise".

Als Filmregisseur und -autor machte er sich mit der preisgekrönten romantischen Filmkomödie "A Dirty Little Business" einen Namen, in denen Stars wie Michael York, Brian Cox und Beverly D'Angelo mitwirkten und für die Erasure den Original Soundtrack einspielte.

Heute lebt Len Richmond mit seinem Lebensgefährten in Los Angeles, wo er als freier Autor und Kolumnist arbeitet. Nach wie vor hält er aber engen Kontakt zu England. Soeben hat er sein neustes Bühnenstück "Rude Awakenings" vollendet.

Bühnenrechte

Bühnenrechte: VVB


Mitwirkende

vor der Bühne

auf der Bühne

Grant Barton:

Gloria Barton:

Bo Bainer:

hinter den Kulissen

Bühnenbild:

Technische Leitung:

Licht:

Fotos:

Programmtexte:

Programmlayout:


Presse

Presse Text

 Die bittere Süße des Lotterbetts

DIE kleine BÜHNE in Vahrenwald führt die Komödie "Hollywood Love Stories" auf
von Karin Vera Schmidt
(HAZ - Stadt-Anzeiger vom 14.08.2008)

Grant Barton hat ein Problem: Seine Geliebte Cheri möchte ihn heiraten. Gloria Barton hat kein Problem: Die vom Ehemann Verlassene findet langsam Gefallen an ihrem neuen Lotterleben und ist mit ihrem neuen Liebhaber Bo Bainer glücklich - auch wenn der junge, äußerst narzisstisch veranlagte Schauspieler heftige Potenzprobleme hat. "Hollywood Love Stories" hat Petra Burkschat von der Kleinen Bühne der Lukaskirche in Vahrenwald die diesjährige Sommerkomödie genannt. Das Originalstück von Len Richmond heißt "Risky Kisses", wurde aber in der deutschen Übersetzung "Sicher ist sicher" genannt. Petra Burkschat hat beim Verlag erreicht, dass die deutsche Version umbenannt wird. Die langjährige Amateurschauspielerin führt zum ersten Mal Regie.

"Mir gefiel dieser britische Humor, übertragen auf die amerikanischen Screwball-Komödien aus den dreißiger Jahren", erklärt Burkschat. "Die toben zwar ständig durch Betten, aber der Zuschauer sieht nichts davon. Alles nur Kopfkino." Besonders viele Gedanken hat sie sich um die passende Musik zwischen den Szenen gemacht. Vom "Great Pretender"  der Platters bis zu Fred Astaires "Change Partners" sind reichlich Herzschmerzsongs dabei.

Das ist auch gut. Die Sommerkomödie der Kleinen Bühne - angeblich auf einer wahren Geschichte beruhend - lebt von emotionalen Verwirrungen. John Maurer als Bo Bainer und Jens Schlieper als Grant Barton spielen die selbstverliebten Männer aus dem glamourösen Filmgeschäft überzeugend, ebenso stark verkörpert Iris Sabiel die lustvolle und doch reflektierte Gloria sowie Baalgure Gbellu die junge Cheri. Das doppelte Ehebett-Lotterbett-Bühnenbild bietet die passende Kulisse für alle Szenen, die ein Ehe- und Liebeleben womöglich im Repertoire hat. Und so können auch die Zuschauer im Theatersaal der Lukaskirche garantiert einen gefühlsintensiven Theaterabend erleben.