Root

Wer hat Angst vor Virginia Woolf - Schauspiel von Edward Albee

Bild: © A_JS designpool

zuletzt gespielt: 29.04.2010

Über das Stück

 Seit zwanzig Jahren ist der Geschichtsprofessor George, mit Martha verheiratet. Als sie früh morgens von einer Feier heimkehren, freut sich George schon auf die Nachtruhe. Doch Martha erklärt ihm, dass sie den neuen Biologieprofessor Nick und seine Frau Honey noch auf einen Drink eingeladen hat. Angeblich hat ihr Vater, der Dekan der Universität, sie angehalten, sich gut mit ihnen zu stellen.

Im Ärger darüber, dass Martha ihn vor vollendete Tatsachen stellt, beginnt George einen Streit mit ihr, der schon gewaltig angeheizt ist, als das junge Paar eintrifft. Auch in deren Anwesenheit setzt sich der Disput fort, in dem Martha George vorwirft, er sei ein unfähiger Nichtsnutz. Er kontert, sie sei alkoholabhängig.

Nick und Honey werden zu hilflosen Zeugen des eskalierende Konfliktes. Nachdem George Martha in seiner Wut gewürgt hat, steigert sie sich nur noch mehr darin, ihn vorzuführen und lächerlich zu machen.

Um George weiter zu provozieren beginnt Martha, Nick zu verführen, bis sie schließlich mit ihm in der Küche verschwindet.

Die bereits heillos betrunkene Honey verliert sich derweil in immer stärkere Wahnvorstellungen.

Sie bringen George auf den entscheidenden Einfall, mit dem er sich endgültig für Marthas immer wiederkehrende Demütigungen rächen kann...
          Mit seinem Stück gelang dem damals 35-jährigen Edward Albee nicht nur einer der größten Skandalerfolg der Theatergeschichte. Gleichzeitig kreierte er auch ein neues Genre.

"Virginia Woolf" gilt als die Mutter aller Eheschlachten, und bis heute hat sich die Dramatik nicht vollständig von abgenabelt. Es ist eine tragische Ironie, dass das Stück, das man am ehesten mit Edward Albee verbindet, zugleich sein untypischstes ist. Denn "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" ist das einzige richtige well-made play des Dramatikers, der sich eigentlich eher in der Tradition der Absurden sah.

Der endgültige Siegeszug dieses beeindruckenden Dramas begann spätestens mit der Verfilmung von 1966. Mike Nichols verfilmte das Drehbuch von Ernest Lehman mit Elizabeth Taylor, Richard Burton, George Segal und Sandy Dennis als aufwühlendes Kammerspiel.

 

Autor: Edward Albee

Der am 12. März 1928 in Washington D.C. geborene Edward Franklin Albee wurde 30 Tage nach seiner Geburt von dem amerikanischen Multimillionär Reed Albee adoptiert. Der Theaterunternehmer produzierte vor allem leichte Vaudeville-Revuen. Er wuchs in New York und besuchte dort mehrere Schulen. Anschließend studierte er am Trinity College und an der Columbia University.

1948 zog Albee ins Greenwich Village von New York. Ungeachtet der durch eine Erbschaft gesicherten finanziellen Unabhängigkeit, versuchte er sich in verschiedenen Gelegenheitsjobs, z.B. als Warenhausverkäufer, Telegrammbote oder Barmann, ohne aber das Interesse für Musik und Theater zu verlieren.

Erst mit 30 Jahren begann er aber, Theaterstücke zu schreiben. Und schon sein Erstlingswerk "Die Zoogschichte" wurde 1959 zu einem ersten Erfolg - allerdings erst in Berlin. Denn mehrere amerikanische Bühnen hatten den Einakter abgelehnt, bevor Boleslaw Barlog ihn in der Werkstatt am Schillertheater zur Uraufführung brachte. Geadelt wurde diese Inszenierung mit dem Preis des Berliner Theaterfestivals.

Die deutschsprachige Version stammte von dem schweizerischen Schauspieler, Theaterregisseur und Synchronsprecher Pinkas Braun, der bis Anfang der 1980er Jahre auch die nachfolgenden Stücke Albees ins Deutsche übertrug. Seit Anfang der 1980er Jahre übersetzen Alissa und Martin Walser die neusten Werke des Autoren und verfassen teils auch neue Fassungen älterer Stücke von Albee.

Die von Samuel Beckett inspirierte "Zoogeschichte" war eines der ersten US-amerikanischen Werke des absurden Theaters. Albee etablierte sich damit auch in der Führungsriege einer neuen Generation an Theaterregisseuren, zu denen Tennessee Williams und Arthur Miller ebenso gehören wie europäische Vertreter wie Harold Pinter.

Auch Albees zweiter Einakter "Der Tod von Bessie Smith" wurde zunächst in Berlin gezeigt, bevor er - ebenso wie "Die Zoogeschichte" - in New York auf die Bühne kam. Erst 1960 wurde mit "Der Sandkasten" ein Stück Albees auch im heimischen Amerika uraufgeführt.

Den Boden für die Erfolge nachfolgender Stücke wie "Winzige Alice" bereitete wohl auch sein größter Klassiker, das 1962 entstandene  Ehedrama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf".

Nicht erst die Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton von 1966 führte dazu, dass es bis heute nicht nur das meistgespielte Stück von Albee ist, sondern auch einer der größten Skandalerfolge des Theaters. Denn die "Urmutter aller Eheschlachten" verursachte auch abseits der Bühne eine Menge Aufregung.

So legten einige Jury-Mitglieder ihr Mandat nieder, weil Albee vom Gesamtgremium der Pulitzerpreis für "Virginia Woolf" vorenthalten wurde.
Dennoch wurde das Drama hoch dekoriert: so erhielt Albee dafür zwei Tony Awards, den Preis des New Yorker Kreises der Theaterkritiker, den Preis der Auslandspresse und einige mehr

In Deutschland bezichtigten Anti-Amerikanisten Albee als Bluffer und Epigonen. Dabei scheint "Virginia Woolf" ein eher ungewöhnliches Stück in der Sammlung Albees, der sich eigentlich in der Tradition des absurden Theaters sieht. Doch die ebenso offene wie sarkastische Symbolik Albees traf die konservative amerikanische Seele mit aller Kraft:

"Die kalte Brillanz seiner Dialoge provozierte," erkannte Christopher Schmidt 2008. "Nihilismus und unamerikanischen Umtriebe wurden ihm vorgeworfen, Homophilie ebenso wie Homophobie." Man warf ihm vor, er sei ein "aalglatter Zyniker, der sich für eine Pointe mit dem Teufel verbündet, den er in Wahrheit austreiben wollte. Ein frivoler Puritaner. Zugleich lud dieser scheue Asket, der immer so grimmig dreinblickte und dem die aufreizende Androgynität eines kindhaften Racheengels anhaftete, zu romantischen Projektionen ein."

Dies könnte der Grund sein, weshalb Albee, wie Schmidt beobachtet, im kommerziellen Theatersystem seiner Heimat bald als One-Hit-Wonder unterzugehen schien, während er im subventionsgeschützten deutschen Theater oft gespielt wurde.

Doch Albee blieb nicht untätig und verfasste im Verlauf nicht nur weitere Theaterstücke, sondern auch Drehbücher für das amerikanische Fernsehen und Roman-Adaptionen für das europäische Theater. Daneben arbeitete er auch als Regisseur.

Vier Jahre nach "Virginia Woolf" hielt Albee schließlich doch seinen ersten Pulitzer-Preis in der Hand. Die Jury zeichnete damit 1966 das Familiendrama "Empfindliches Gleichgewicht" ("A delicate balance") aus. Weitere folgten 1974 für Seeskapade ("Seascape") und 1994 für Drei große Frauen ("Three tall women"), die noch mit weiteren Preisen ausgezeichnet wurden.
Und auch für einige seiner anderen Stücke wurde Albee mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Preise honoriert. U.a. 2002 mit dem Tony Award für "Die Ziege oder Wer ist Sylvia?" ("The Goat or Who is Sylvia?")

Quellen:

    www.csustan.edu/english/reuben/pal/chap8/albee.html

    www.fischertheater.de

    www.sueddeutsche.de/kultur/112/435858/text/

    de.wikipedia.org/wiki/Edward_Albee

Bühnenrechte

Bühnenrechte: S. Fischer Verlag


Mitwirkende

vor der Bühne

auf der Bühne

hinter den Kulissen

Bühnenbild:

Technik / Licht:

Kostüme:

Maske:

Organisation:

Techn. Organisation:

Programm / Werbung:


Reaktionen des Publikums

Sehr geehrte Damen und Herren,
schon viele Jahre besuche ich Ihre Vorstellungen in dem Gemeindesaal der Lukaskirche - und jedesmal mit großer Freude.
Es gab bislang noch kein Stück, für das sich der Besuch nicht gelohnt hat!
Auch von den Märchen- Aufführungen zur Weihnachtszeit sind meine beiden Enkel immer wieder begeistert.
Der eigentliche Zweck meiner mail ist jedoch ein 3-faches Lob für die Aufführung "Wer hat Angst vor Virginia Woolf",
die ich am Freitag, den 16.4.2010 gesehen habe. Meine Begleitung und ich waren restlos begeistert.
Hervorzuheben ist die hervorragende Leistung von Frau Burkschat und Herr Schlieper.
Beide haben das höchste Lob verdient, dieses Drama von Anfang bis Ende so überzeugend "an den Mann" gebracht zu haben.
(Man hat beiden die Erschöpfung angesehen!- Das ist positiv gemeint!)
Auch der junge Herr Maurer hat sich im Laufe der vielen Jahre toll gemausert
und es macht immer wieder Freude ihn auf der Bühne zu sehen.
Das junge Mädchen, das seine Frau spielte hat ebenfalls recht gut gespielt.
Nochmals ein großes Lob - auch für die Inszenierung. Es ist immer wieder eine Freude in Ihre Vorstellungen zu kommen.
(per Email vom 19.04.2010)

Ein Erlebnis, welches ich nicht vergessen werde! Danke

Wunderbar, einfach wunderbar“
(16.04.2010)

Ein erfolgreiches Theaterteam
Danke!!

Ihr seid große Klasse!

Welch großes Theater!!!

Vielen Dank für diesen wundervollen Abend! Ich weiß nicht, wie oft ich
dieses Stück gelesen habe und ich muss sagen, dass mir ihre Interpretation
äußerst gut gefallen hat!

Auch wir waren von eurer beeindruckenden Leistung und Ausdruckkraft
begeistert! Vielen Dank,“ Familie Freitag + Rita Brand

Tief beeindruckt, spannend gemacht
Tolle schauspielerische Leistung

War am Fr.23.04.10 in Eurem Stück
"Wer hat Angst vor Virg.Woolf.
Also......echt super Schauspielerische Leistung von Allen.
War sicher sehr anstrengende Arbeit-
ich spiele auch Theater und habe mit Euch gelitten!!!
(per Email vom 27.04.2010)